Eine andere Welt
Unglaublich, was in den letzten zweieinhalb Tagen auf mich eingestuermt ist, ich hatte bereits beim Zwischenaufenthalt in Doha/Qatar viel geschrieben, aber nicht bedacht, dass ich nicht einfach aus einer Word-Datei auf dem Stick hier ins Blog uebertragen kann. Kommt dann spaeter mal.
In Manila erwartete mich Analyn nicht - sie steckte im Stau, der hier beschoenigend "traffic" heisst, und ich fand in meiner Hast ihre Nummer nicht gleich. Ein Sicherheitsbediensteter vom Flughafen liess mich von seinem Handy aus meinen Bruder in Deutschland anrufen, setzte seine Kollegen zu verschiedenen Aufgaben ein (im Telefonbuch nachschauen, sie ausrufen lassen, mich ueber ihre Heimatprovinz informieren: insgesamt kuemmerten sich fuenf Leute um mich, und als Analyn schliesslich eintraf, wollte ich wenigstens die Telefonate bezahlen, bot zwanzig Euro und erfuhr von den hocherfreuten Herrschaften, dass ich soeben eine richtige Fete spendiert hatte.
Dann die Taxifahrt: Kreuz und quer durch die Stadt, mit Koffer rauftragen und Weitertransport ins Hotel: Zu spaet merkten wir, dass uns der Taxifahrer in einem Stundenhotel abgeliefert hatte. Die rote Laterne ueber dem schwarzen Lederbett, der Riesenspiegel und die Fluktuation der Gaeste sagte alles. Fuer uns war dieses Missverstaendnis ein Riesenspass, wir genossen die verruchte Atmosphaere nd benahmen uns auch so (der Lederbezug ist der Laenge nach eingerissen). Nun sind wir in einem kleinen Apartment ueber einer Wasserstelle,wo man Regenwasser aus der Dachzisterne durch blosses Umfuellen in hochwertiges Mineralwasser verwandelt. Das ganze Haus ist so versifft, dass ich dort nichtmal was aus der Dose essen wuerde - wir geniessen aber die schoene Aussicht, essen ausser Haus und benutzen auch dortdie Toilette, lassen die Kakerlaken in Frieden, denn sie tun uns ja auch nichts. In drei Wochen ziehen wir um, bis dahin ist vorausbezahlt.
In der ganzen Stadt ist es unglaublich laut. Heute frueh wurden wir in dem eigentlich recht grossstaedtischen Viertel von mehreren Haehnen geweckt, und vom Gebell der Hunde, die sich darueber aufregten. Kaum hatten die sich beruhigt, ging die Kirche los: Uns gegenueber ist naemlich eine halb verrotete Petersdom-Imitation, ganz in Dieselgrauschwarz, mit blauem Neonkreuz auf der Kuppel und einer Glocke, die weder zaehlen kann noch je etwas von Wohlklang mitbekommen hat - wahrscheinlich eine zurechtgehaemmerte Karosserie vom nahen Schrottplatz. Dafuer droehnten die sechs-Uhr-Gebete wie aus den Tiefen der Hoelle.
Die erlebten wir dann, als wir rund 30 km durch morgendlichen Stadtverkehr mit ueberfuellten Jeepneys nach Makati fuhren, dem Edelviertel dieser riesigen Metropole. Da ist naemlich das Goethe-Institut. Wo sonst?
In Manila erwartete mich Analyn nicht - sie steckte im Stau, der hier beschoenigend "traffic" heisst, und ich fand in meiner Hast ihre Nummer nicht gleich. Ein Sicherheitsbediensteter vom Flughafen liess mich von seinem Handy aus meinen Bruder in Deutschland anrufen, setzte seine Kollegen zu verschiedenen Aufgaben ein (im Telefonbuch nachschauen, sie ausrufen lassen, mich ueber ihre Heimatprovinz informieren: insgesamt kuemmerten sich fuenf Leute um mich, und als Analyn schliesslich eintraf, wollte ich wenigstens die Telefonate bezahlen, bot zwanzig Euro und erfuhr von den hocherfreuten Herrschaften, dass ich soeben eine richtige Fete spendiert hatte.
Dann die Taxifahrt: Kreuz und quer durch die Stadt, mit Koffer rauftragen und Weitertransport ins Hotel: Zu spaet merkten wir, dass uns der Taxifahrer in einem Stundenhotel abgeliefert hatte. Die rote Laterne ueber dem schwarzen Lederbett, der Riesenspiegel und die Fluktuation der Gaeste sagte alles. Fuer uns war dieses Missverstaendnis ein Riesenspass, wir genossen die verruchte Atmosphaere nd benahmen uns auch so (der Lederbezug ist der Laenge nach eingerissen). Nun sind wir in einem kleinen Apartment ueber einer Wasserstelle,wo man Regenwasser aus der Dachzisterne durch blosses Umfuellen in hochwertiges Mineralwasser verwandelt. Das ganze Haus ist so versifft, dass ich dort nichtmal was aus der Dose essen wuerde - wir geniessen aber die schoene Aussicht, essen ausser Haus und benutzen auch dortdie Toilette, lassen die Kakerlaken in Frieden, denn sie tun uns ja auch nichts. In drei Wochen ziehen wir um, bis dahin ist vorausbezahlt.
In der ganzen Stadt ist es unglaublich laut. Heute frueh wurden wir in dem eigentlich recht grossstaedtischen Viertel von mehreren Haehnen geweckt, und vom Gebell der Hunde, die sich darueber aufregten. Kaum hatten die sich beruhigt, ging die Kirche los: Uns gegenueber ist naemlich eine halb verrotete Petersdom-Imitation, ganz in Dieselgrauschwarz, mit blauem Neonkreuz auf der Kuppel und einer Glocke, die weder zaehlen kann noch je etwas von Wohlklang mitbekommen hat - wahrscheinlich eine zurechtgehaemmerte Karosserie vom nahen Schrottplatz. Dafuer droehnten die sechs-Uhr-Gebete wie aus den Tiefen der Hoelle.
Die erlebten wir dann, als wir rund 30 km durch morgendlichen Stadtverkehr mit ueberfuellten Jeepneys nach Makati fuhren, dem Edelviertel dieser riesigen Metropole. Da ist naemlich das Goethe-Institut. Wo sonst?
buecherdidi - 25. Mär, 09:08