22
Mrz
2010

Lektüre

Dass ich in meinem "Reiseblog" auch über Bücher schreibe, macht seinen Sinn – immerhin sind Bücher Reisen im Kopf. Ich lese zudem viel unterwegs, im Bus, in der Straßenbahn, in der Eisenbahn – insofern sind meine Bücher oft mit Reisen verbunden. In letzter Zeit haben mich zwei Unterhaltungsromane gefesselt, "Das Jesus-Video" von Andreas Eschbach (das man sich antiquarisch im Internet besorgen kann oder vielleicht sogar noch im Handel findet, obwohl es im Jahr 1998 und als Taschenbuch im Jahr 2000 erschien) und "Das Kind" von Sebastian Fitzek, beides sehr spannend geschriebene Romane.
Andreas Eschbach kommt von der Science Fiction her, das Thema des Buches sind Zeitreise und paradoxe Konsequenzen daraus, alles verpackt in eine habgierige oder wissenschaftlich verbrämte Jagd nach etwas, was die ganze Welt verändern könnte. Man stelle sich vor, Jesus wäre tatsächlich gefilmt worden. Was würde ein Medienzar oder ein Archäologe damit anfangen, und was würde die Kirche wohl damit machen. Eines sei verraten – die Kirche kommt nicht gut dabei weg. Die Archäologie übrigens auch nicht – sehr schön wird herausgearbeitet, dass oft andere Interessen als die bloße Forschung hinter einer Ausgrabung stecken. Das Buch hat aber mehr zu bieten als nur diese Geschichte und diese Aspekte – es zeigt eine Weltläufigkeit, die einfach zu einem echten Roman dieses Umfangs (650 Seiten) gehört. Die Schilderung der Videotechnik und des "Neuestem vom Neusten" mag manch Einem veraltet vorkommen, zeigt aber nur, wie schnell die Entwicklung aus diesem Gebiet voranschreitet. Eschbach hat jedenfalls bestens recherchiert. Von der Art und Weise, wie der Autor Spannung aufbaut und über diesen riesigen Umfang auch aufrecht erhält, kann ich mir noch eine Scheibe abschneiden. (Verlag Bastei Lübbe, ISBN 3-404-14294-2)
Ebenfalls sehr spannend ist "Das Kind" von Sebastian Fitzek (Knaur, 978-3-426-63793-7), ein Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte, obwohl ein Teil der Geschichte ein bisschen weit hergeholt scheint (diese Schilderung einer Organisation von Kinderschändern ist mehr als mafiös und geheimbündlerisch zusammen), aber die Story und der Aufbau der Handlung macht das wett. Ein echter Psychothriller. Es geht um einen schwer kranken Jungen, der nach einer "Rückführungstherapie" Erinnerungen an ein früheres Leben hat, in dem er ein Mörder gewesen zu sein glaubt. Das Schöne an diesem Buch ist für mich, dass ich die ganze Zeit eine esoterische Lösung befürchtet habe, und zum Glück kam dann doch eine logische Erklärung. Prima gemacht. Manche Nebenpersonen könnten etwas farbiger sein, aber für dieses kleine Manko entschädigt die spannende Handlung, die so manche überraschende Wende bringt. Ich habe das Buch an drei Tagen gelesen, weil ich es einfach nicht beiseite legen konnte. Ich werde diesen Autor im Auge behalten.
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