Neuer Morgen
Laengst ist mir das Zeitgefuehl verloren gegangen, mir ist, als waere ich schon ewig hier. Diese kleine Talsenke zwischen Petersdom (heisst tatsaechlich so und ist sogar eine der Sehenswuerdigkeiten der Metropole) im Osten (? - spaetestens um 6 Uhr frueh ist der Smog so weit gediehen, dass man nicht weiss, aus welcher Richtung das Sonnenlicht kommt, und erst gestern habe ich nach einem Gewitter entdeckt, dass diese Stadt Quezon, die zu Manila gehoert, von einer niederen, aber zackigen Berglandschaft umgeben ist), einem mir noch unbekannten Viertel im Westen und dem Ever-Gotesco Commonwealth im Sueden ist fast schon zur Heimat geworden. Wie so viele Wohngegenden in Manila ist auch diese fest eingezauent, am Eingang von der Hauptstrasse her ist eine Kontrollstelle, an der jeder fremde seinen Ausweis zeigenmuss- ohnedem kein Einlass. Morgens wachen wr auf vom Ruf der Haehne und Laerm der hunde, dem Scheppern der Glocken und dem Fruegebet im Dom, dann rollt ploetzlich der Laerm von der Hauptstrasse herueber wie die rasende Fusswolke eines Atompilzes, und obwohl wir zur Strasse hin durch Dom und Hochhaeuser abgeschirmt sind, ist die Luft fuer den Rest des Tages erfuellt vom Rauschen und Hupen Hunderttausender von Autos. Urspruenglich wohl sechsspurig (pro seite) hat sich die Strasse von selbst erweitert, Gehwege und Mittelsttreifen sind plattgewalzt, die Autos rasen um die Wette, die Jeepneys, private Sammeltaxis, sogar buchstaeblich: Jeepneys fahren auf festen Strecken, und wer zuerst am naechsten Haltepunkt ist, bekommt die Beute (=Fahrgaeste).
Gesern sind wir mit einem in der "Stadt" gewesen, Cubao, einem Viertel, in dem sehr viel gebaut wird und in dem es zahrleiche Einkaufspassagen vom Billigstangebot bis zue edlen Markengeschaeften gibt. Auf der fast einstuendigen Fahrt mit dem Jeepney (ueber dieses Transportmittel schreibe ich in den naechsten Tagen gesondert etwas) kamen wir durch ein Slum-Viertel; ein Baustellen-Stau hielt uns sogar ein weilchen dort fest. Unfassbar, wie die Menschen hier hausen: durch eine Bretterwand, schraeg gestellt, erhaelt auch die letzte Bruchbude noch einen Anbau, in dem jemand wohnt. Ich habe Leute auf einem EWellblechdach gesehen, die sich dort hinter einer kaputten Leuchtreklame haueslich eingerichtet haben. Auf einem dicht bewohnten Gehweg ragt ein Wasserrohr aus dem Boden - ein etwa zehnjaeriger Junge fuellt dort leere Pepsi-Flaschen mit Wasser ab und verkauft sie an die Autofahrer im Stau, ein anderer Junge mit einem Korb sammelt Flaschen ein. Frauen und Kinder spazieren zwischen den Fahrspuren herum und verteilen Handzettel fuer Geschaefte, Veranstaltungen und Sekten.
Dieses Viertel hier habe ich liebgewonnen, unser Stuebchen mit Balkon ueber dem Wasserturm, wo wir abends gern sitzen, bis es dunkel ist Hier koente man heimisch werden, wenn man einige Improvisationen vornoimmt (kommt nicht von "improvisieren", sondern von "improvement" und ist die Hauptbeschaeftigung vieler Leute hier. Man muss hier sein Leben improvisieren.
Wenn wir vom Essen im nahen Shopping Center kommen und unser "Dorf" betreten, ist in den Bretterbudenlaeden am Eingang ueberall Licht, der Gehsteig ist belagert von Jungs, die am Boden liegen und das Fernsehprogramm am Bildschirm ueber der Theke einer Imbissstube verfolgen. Wir passen auf, dass wir nicht ueber eine der vielen Katzen stolpern (die hier magerer sind als anderswo und ganz spitze Koepfe haben), und dann kommtschon unser Turm in sicht, auf dessen Balkon sich so wundervoll liebe im Frien machen laesst...
Gesern sind wir mit einem in der "Stadt" gewesen, Cubao, einem Viertel, in dem sehr viel gebaut wird und in dem es zahrleiche Einkaufspassagen vom Billigstangebot bis zue edlen Markengeschaeften gibt. Auf der fast einstuendigen Fahrt mit dem Jeepney (ueber dieses Transportmittel schreibe ich in den naechsten Tagen gesondert etwas) kamen wir durch ein Slum-Viertel; ein Baustellen-Stau hielt uns sogar ein weilchen dort fest. Unfassbar, wie die Menschen hier hausen: durch eine Bretterwand, schraeg gestellt, erhaelt auch die letzte Bruchbude noch einen Anbau, in dem jemand wohnt. Ich habe Leute auf einem EWellblechdach gesehen, die sich dort hinter einer kaputten Leuchtreklame haueslich eingerichtet haben. Auf einem dicht bewohnten Gehweg ragt ein Wasserrohr aus dem Boden - ein etwa zehnjaeriger Junge fuellt dort leere Pepsi-Flaschen mit Wasser ab und verkauft sie an die Autofahrer im Stau, ein anderer Junge mit einem Korb sammelt Flaschen ein. Frauen und Kinder spazieren zwischen den Fahrspuren herum und verteilen Handzettel fuer Geschaefte, Veranstaltungen und Sekten.
Dieses Viertel hier habe ich liebgewonnen, unser Stuebchen mit Balkon ueber dem Wasserturm, wo wir abends gern sitzen, bis es dunkel ist Hier koente man heimisch werden, wenn man einige Improvisationen vornoimmt (kommt nicht von "improvisieren", sondern von "improvement" und ist die Hauptbeschaeftigung vieler Leute hier. Man muss hier sein Leben improvisieren.
Wenn wir vom Essen im nahen Shopping Center kommen und unser "Dorf" betreten, ist in den Bretterbudenlaeden am Eingang ueberall Licht, der Gehsteig ist belagert von Jungs, die am Boden liegen und das Fernsehprogramm am Bildschirm ueber der Theke einer Imbissstube verfolgen. Wir passen auf, dass wir nicht ueber eine der vielen Katzen stolpern (die hier magerer sind als anderswo und ganz spitze Koepfe haben), und dann kommtschon unser Turm in sicht, auf dessen Balkon sich so wundervoll liebe im Frien machen laesst...
buecherdidi - 27. Mär, 06:15
Hallo Ihr Zwei...
Dieter, können wir tauschen?
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Harald