Das verrückte Mädchen aus Kurdistan - Deli kiz erzurumdan
Manchmal verreise ich nicht real, sondern in meinem PC. Youtube gibt mir das richtige Ticket. Tibet, Kasachstan, Uiguristan, Kurdistan: Manchmal träume ich mich da hin. Vermutlich würde ich in den kahlen Landschaften erfrieren, in den feuchten Häusern ersticken oder an den Folklorebrüsten trachtenverbrämter Mädchen verdursten. Bei Youtube finde ich sibirische Rinderschlächterinnen, die tanzend mit dem Beil in der Hand einem Yak den Schädel spalten und singen: "Der Mann, der mich erobern will, muss mich zuerst besiegen." Wagners Brynhilde, vorübergehend mit Lenin vermählt, lässt grüßen.
Erfrischend ist daher also dieser weltberühmte Transvestit aus Kurdistan, auch wenn sein wahrer Name nicht bekannt ist. Wenn man Youtube aufruft, gibt man einfach bei der Suche "Deli Kiz Erzurumdan" ein – "Das verrückte Mädchen aus Erzurum". Es erscheint ein Mann um die 50, in graubraunen Frauenkleidern längst vergangener kurdischer Großmuttermode – und er tanzt zur Schalmei wie eine Jungfrau auf dem Donnerbalken, Dünnschiss nur leicht versteckt. Was will der Künstler damit sagen?
Wahrscheinlich ist das eine geschickte Werbung für MTV, denn wer darüber nicht nachdenken will, schaltet gleich dahin um.
Ich habe kein MTV, schaue mir den Schamanen folglich noch mal an und lasse meinen Steuerberater durchrechnen, welches Startkapital ich für die Gründung einer Sekte (für den Anfang die Variante ohne allgemeinen Geschlechtsverkehr) brauche. Vielleicht sollte ich die Irre aus Erzurum dafür engagieren. Kein Problem. Sie oder er wohnt ja in Berlin und leitet eine klassische Gemüsehalle mit dem schönen Namen "Sarrazinum".
Erfrischend ist daher also dieser weltberühmte Transvestit aus Kurdistan, auch wenn sein wahrer Name nicht bekannt ist. Wenn man Youtube aufruft, gibt man einfach bei der Suche "Deli Kiz Erzurumdan" ein – "Das verrückte Mädchen aus Erzurum". Es erscheint ein Mann um die 50, in graubraunen Frauenkleidern längst vergangener kurdischer Großmuttermode – und er tanzt zur Schalmei wie eine Jungfrau auf dem Donnerbalken, Dünnschiss nur leicht versteckt. Was will der Künstler damit sagen?
Wahrscheinlich ist das eine geschickte Werbung für MTV, denn wer darüber nicht nachdenken will, schaltet gleich dahin um.
Ich habe kein MTV, schaue mir den Schamanen folglich noch mal an und lasse meinen Steuerberater durchrechnen, welches Startkapital ich für die Gründung einer Sekte (für den Anfang die Variante ohne allgemeinen Geschlechtsverkehr) brauche. Vielleicht sollte ich die Irre aus Erzurum dafür engagieren. Kein Problem. Sie oder er wohnt ja in Berlin und leitet eine klassische Gemüsehalle mit dem schönen Namen "Sarrazinum".
buecherdidi - 2. Nov, 01:15